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INTERVIEWS

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PANELS

 

INTERVIEWS

Wiebke Harms für Beat 4/2019: Arsch in der Hose. Sexismus in der Küche, Juli 2019

»Das Patriarchat suggeriert uns Frauen, dass wir miteinander im Wettbewerb stehen. Wenn eine Frau es geschafft hat, sollen andere nicht das Gefühl haben, das selbe erreichen zu können.«

Tasnim Rödder für Zitty: "Berlin ist genauso sexistisch" August 2018

»Das Problem fängt beim Geld an: Wenn Männer Läden eröffnen wollen, erhalten sie oft leichter Geld, weil jeder Investor weiß, dass über männliche Köche mehr geschrieben wird. Es ist schwieriger, Mitarbeiter zu finden, welche die Autorität von ­Frauen in der Küche voll akzeptieren. Und dann noch der Gast, der es gewohnt ist, ­einen Paul ­Bocuse und nicht Douce ­Steiner in der ­Küche zu sehen, auch weil Bocuse ­irgendwann mal gesagt hat, dass die Frau ins Schlafzimmer gehört.«

Carsten Bauhaus für Siegessäule: „Die Foodszene ist immer noch weiß, männlich, hetero und cis dominiert"Juni 2018

»Wir sind an einem Punkt, wo wir uns entscheiden müssen: Will man die Sau durchs Dorf treiben, bis sie müde ist – und dann sucht man sich eine neue? Oder will man sich bemühen, die Szene zu unterstützen und zu pushen. Für engagierte Köche wird es immer schwerer, Orte zu finden. Die Szene wird zunehmend kommerzialisiert. Um eine nachhaltige Entwicklung zu fördern, die das Leben in der Stadt auch wirklich besser macht, müsste man gewisse Weichen stellen. Für kleinere Projekte und Kleinunternehmen – statt nur einen weiteren Google-Campus zu eröffnen. Und der Immobilienmarkt müsste in seine Schranken gewiesen werden.«

Tasnim Rödder for Neon: Weltverbesserer Mai 2018

»Am liebsten hätte Mary Scherpe in deutschen Restaurants schon längt die Frauenquote etabliert und faire Löhne für alle durchgesetzt. Was sich wohl einfacher durchsetzen lässt: der Feminist Food Club soll international werden. Ein Mitglied ist kürzlich nach Kopenhagen gezogen – und möchte dort den ersten Ableger gründen.«

Jörg-Michael Ehrlich for Chefs!: Sexismus ist ein Teil des Deals Mai 2018

»Ich finde es interessant und fast schon amüsant, wie überrascht Männer oft sind, was da in Restaurants und Hotels an sexueller Belästigung passiert. Die meisten Freuen, die ich kenne, sind hingegen überhaupt nicht überrascht. Ihnen ist bewusst, dass das Aushalten von Sexismus ganz klarer Teil des Deals ist, wenn sie als Frau in diesem Bereich mitspielen wollen. Viele haben akzeptiert, dass es so ist. Oft gilt: If you can't stand the heat, get out of the kitchen. Aber wir dürfen nicht länger akzeptieren, dass Belästigungen in der Küche als normal angesehen werden.«

Alison Bell for Exberliner: How to be a Berlinfluencer Mai 2018

»For her it’s crucial to remember that when you make channels like Instagram or Facebook your main
publishers, that you’re always at the mercy of these companies’ decisions: ›That’s what is happening right
now, they are restricting the reach of people because they obviously want to sell advertising,‹ she says. ›My main tip would be to keep that in mind. You shouldn’t focus all your energy on one channel, but have a plan B. And I think it’s always healthier, or business-wise a better decision, to establish channels that you have full control over so if anything should happen, you can still find your audience – or vice versa.‹«

Interview mit Denise Wachter für Stern.de: Weiß, männlich, Vetternwirtschaft: "Die Gastrobranche hat ein krasses Problem" März 2018

»Sehen wir uns die Liste der sogenannten Spitzenköche doch einmal an. Die sind nicht nur zum Großteil männlich, sondern auch weiß. Die Gastrobranche im Spitzenbereich hat ein krasses Diversitätsproblem. Auch wenn die Teams in den Küchen oft gemischt sind, je weiter man in der Hierarchie nach unten geht, desto diverser wird es. Aber gesprochen, geschrieben und verehrt werden die Chefköche, obwohl wir alle wissen, dass ein Zehn-Gänge-Menü keiner allein kocht.«

 

Juliane Frisse für Zeit.de: Berufsrisiko: Hand am Hintern, März 2018

»Der Glaube, dass in der Gastronomie eigene Regeln gelten, ist ein extrem schädlicher Mythos. Es ärgert mich sehr, dass zum Beispiel immer wieder behauptet wird, in der Küche herrsche eben ein rauer Ton und man müsse mit der Machokultur klarkommen. Diese Überzeugungen tragen mit dazu bei, dass es so viel Sexismus gibt.«

 

Tagesspiegel: Interview mit Frauen der Berliner Gastroszene, Januar 2018

»Wenn du als Frau ein Restaurant hast, sollst du deshalb für alle Frauen sprechen und wirst immer wieder zu diesem einen Thema befragt: Wie kocht sich’s denn als Frau? Mit Frauen? Welcher Mann wurde je gefragt, wie er in einer komplett männerdominierten Küche zurechtkommt, und wie das den Geschmack seines Gemüses beeinflusst.«

 

Detektor FM: Feinkost Podcast zum Thema Gastrosexismus, Januar 2018

»Wenn wir nicht anfangen, neue Bilder zu schaffen und neue Geschichten zu erzählen, werden wir für immer mit den alten gestraft sein.«

 

Portrait on The Food Keeper, October 2017

“The thing is that I have a lot of opinions. I have an opinion on almost everything. I am quite political. You don’t necessarily see it, but I try to have my political opinions influence the choices that I make for Stil in Berlin.”

 

Edition F: Sexismus in der Gastronomie, August 2017

»Manche glauben wirklich, dass es so wenig Köchinnen gibt, weil die Pfannen zu schwer sind.«

 

Amuse by iD: Mary Scherpe verrät, wo ihr in Berlin das beste Essen bekommt, August 2017

»Berlin ist nur deshalb so großartig, weil es hier eine starke und diverse Gruppe von Menschen gibt, die nicht “wc“-deutsch sind. Also weder weiß, noch christlich sozialisiert, oder hier aufgewachsen. Und damit meine ich auch ganz entschieden die, die wir gemeinhin nicht als Expats, sondern als Migranten oder als solche mit „Migrationshintergrund“ bezeichnen, weil sie aus Ländern kommen, von denen sich die „deutsche Leitkultur“ so oft (kulturell, wirtschaftlich, religiös) distanzieren will. Und denen gleichzeitig nie zugestanden wird, „wirklich deutsch“ zu sein. Ohne die wäre es hier aber furchtbar öde.«  

 

Louis Danielou for Material Magazine: Meet Mary Scherpe, Berlin's Culinary Scene Connoisseur, July 2017

»We’re currently in a situation where a lot of people are looking to open new places. A lot of very talented, eager, and motivated people, in fact. However, the situation of real estate is rather tense, many investors and owners know about the demand and prices are rising every week. So it gets harder and harder to find a space which you like at a price that enables you to run a profitable business. Berlin benefited from affordable lease contracts for a long time, and this is slowly coming to an end.«

 

Tasnim Rödder für Missy Magazin: Das Haar in der Suppe. Die Arbeitsbedingungen in der Sternegastronomie sind unwürdig – insbesondere für Frauen, Queers und People of Color, Juni 2017

»Frauen existieren in der Gastronomie lediglich in den Positionen, die ihnen Männer zuweisen. (...) Die allgemeinen Arbeitsbedingungen in der Küche müssen besser werden. Es braucht eine bessere Bezahlung, kürzere Schichten und vor allem eine gleichberechtigte Besetzung der Stellen. Das Argument, dass kein anderer Umgang in der Spitzenküche funktioniere, darf nicht mehr gelten.«

 

Sophia Hoffmanns Vegan Queens Podcast, Folge 3, Mai 2017

»Wenn Frauen, die in der Gastronomie arbeiten, medial porträtiert werden, geht es ganz häufig nicht darum, was sie leisten, sondern wie sie aussehen. Frauen in der Küche werden immer noch als Sonderfall behandelt, und müssen dann mehr leisten als "nur" gut zu kochen.«

 

Jakob Vicari für NZZ: Klick mich an! November 2016

»›Mit dem Hochladen allein ist es nicht getan. Man muss mit all diesen Klicks erst mal etwas machen.‹ Mary Scherpe hat das geschafft, wovon viele träumen, ihre Petition hat zu einer Gesetzesänderung geführt: Nicht das Opfer muss sein Leben ändern, der Stalker soll dazu gezwungen werden können.«

 

Alexa von Heyden für Journelles: Karriere-Interview mit Mary Scherpe, Juni 2016

»Ein zu voller Kalender war für mich nie ein Zeichen für Erfolg, sondern für schlechte Planung.«

 

Interview mit Die Zeit: "Berlin ist eine Mittagessensstadt" März 2016

»Mittlerweile kann man in Charlottenburg problemlos eine japanische Bäckerei aufmachen. Denn selbst in den gesetzteren Bezirken leben genug Menschen, die sich für ausgefallene kulinarische Angebote interessieren. Nicht weit von der japanischen Bäckerei Kame in der Leibnizstraße hat ein Laden namens Koshary Lux eröffnet, der nordafrikanisches, israelisches und libanesischen Essen serviert. Hinter jedem Gericht steht, woher es kommt. Alles wird frisch zubereitet und nicht an den deutschen Geschmack angepasst. Außerdem kommen mittlerweile viele Köche aus dem Ausland nach Berlin, weil es für sie billiger ist, hier ein Restaurant zu eröffnen als in London oder Paris.«

Texte

Ich schreibe über Berlin, Essen und Feminismus für nationale und internationale Publikationen, online sowie Print, auf Englisch und Deutsch. Hier ist eine Auswahl.

The best Brunch and Breakfast Spots in Berlin, Culture Trip August 2019

Summer in The City: Mein Berlin für Geo Saison, August 2019

Warum der Hype um Königshäuser unsinniger Elitenfetisch ist und die Royals abgeschafft werden sollten für Vogue.de, März 2019

Die Royals als Institution, ihre Titel, ihre Besitztümer und Ansprüche sind Unsinn und deswegen gehört das alles abgeschafft. Nicht nur die britischen – der wir uns der Einfachheit halber hier widmen, weil sie Glamour und Bekanntheit vereinen –, sondern natürlich alle Monarchien. Jeder, der für eine egalitäre Gesellschaft ist, muss dem zustimmen. Kurz gesagt repräsentieren Adelshäuser das absolute Gegenteil von Fairness. Ihre Existenz manifestiert ein Klassensystem, in dem sie die Oberschicht bilden, die aufgrund unverdienter Privilegien Reichtum und Macht ansammeln und diese dann an ihre Nachkommen – am liebsten immer noch die männlichen – weitervererben. Das ist schlicht undemokratisch. Der Adel symbolisiert Standesdünkel und ultimativen Elitenfetisch. Zudem tragen sie alle Jahrhunderte anmaßenden Kolonialismus und zerstörerischen Imperialismus in ihrer Geschichte und damit in ihren Namen.

 

Berlin City guide Für easyJet Traveller, Januar 2018

In an Evening…
While most assume Berliners do nothing but queuing outside clubs at nighttime, we currently prefer dining out: especially at the new hot spot Kin Dee, where Thai food gets a contemporary twist by chef Dalad Kambhu. For dessert, take a cab over to Coda and try their inventive and not overly sweet menus paired with elaborate cocktails. The recently opened Velvet Bar is not far from there and works with unusual local produce like sea buckthorn cordial or rosehip syrup to create their drinks. If you’re craving beer, Lager Lager, around the corner has eight rotating craft beers on tap and over 250 bottled ones. Much later in the night (from 1am to be precise) head to OHM’s Berries parties for a dose of contemporary Hip Hop.

 

The Bathroom Chronicles: 100 Frauen, 100 Bilder, 100 Geschichten, Published by Friederike Schilbach, November 2017

Das dicke Mädchen ist aus Hawaii, ich fand sie in dem besten Secondhand-Hawaiihemden-Laden in Honolulu. Dort stand sie zwischen vielen Hula tanzenden Obamas.

 

You React: The AfD Enters The Bundestag – Daddy Magazine September 2017

First of all, in a wicked way we Germans were lucky: we already had a quite politically conservative landscape, otherwise in my opinion, we certainly would’ve faced at least double the support for the AfD to what the actual result was. The major German parties had no problem with shifting to the right, and while Merkel seems like a level-headed, rational and sometimes even progressive leader, she’s mostly a very skilled strategic player with a focus on retaining her own power.

 

What’s behind Berlin’s brunch boom – House Four, August 2017

At one time, 10 years ago, brunch in Berlin was bad. So bad, I don’t think I ever once ate breakfast outside of my own house. There was little hope, and even less to eat. How could Berlin ever recover from all those wrinkly cheeses, congealed scrambled eggs, dull pancakes, wriggly pools of sausages and sweaty spreads of cold cuts? These foods dared to call themselves “brunch”. And the tasteless (in both senses) concept of all-you-can-eat €7 buffet predominated. 
And then, all of a sudden, everything changed. I’d like to believe my endless complaints on Stil in Berlin contributed in some way, but it’s more likely that droves of people with much higher standards when it comes to the food you eat in the morning started moving to the city…

 

Berlin's New Tastes – Away Magazine, February 2017

Even after centuries of turbulent history, Berlin is just now coming of age in so many ways. Much of the reason is that reunification is still fresh in everyone’s mind—only 27 years ago, the wall came down between East and West. Take the culinary scene: It’s maturing quickly yet still making charming rookie mistakes. It wasn’t so long ago that the only remarkable thing about food in Berlin was the proliferation of inexpensive currywursts (a kind of fast-food sausage served with spicy ketchup and fries). Today, new restaurants, bars and cafés open weekly, and chefs from all over the world move here to serve an increasingly hungry audience…

 

Das Gute Opfer39Null Nr. 3 / 2015

Es ist ein schmaler Grat, auf dem man als Opfer balanciert, emotional zugänglich soll man sein, dabei aber rational verständlich. Die Geschehnisse detailliert beschreiben und dabei bitte nicht die psychischen Wunden auslassen. Links und rechts davon gähnen die Abgründe Hysterie, Unmenschlichkeit oder Falschbeschuldigung. Aber die wenigsten traumatischen Erfahrungen lassen sich in eine klare, logische Erzählung verpacken. Sollten wirklich Betroffene die Aufgabe übernehmen, eine verständliche Narration über das eigene Trauma zu erarbeiten? …

 

Essen ist nichts, wozu man nein sagt. Text für Ein Guter Plan, 1. Ausgabe, 2015

Essen ist nichts, wozu man nein sagt. Aus den verschiedensten Gründen. Und dennoch tun es so viele, und ich rede hier nicht von Verzicht aus moralischen oder gesundheitlichen Gründen, sondern von dem für die Selbstdisziplinierung. Nein zum dritten, gar zweiten, nein lieber gleich zum ersten Stück vom Apfelkuchen, nein zum Nachschlag, ach was, nein zum Hauptgang. Nein zum extra Käse auf der Pasta. Nein zum Aufessen. Das nein dabei ist radikal und wird zum nie – niemals Gluten, ich hab gelesen das verklebt, niemals Gemüse, das nicht grün ist, niemals. Und nach achtzehn Uhr sowieso nicht. Nein danke, hatte schon, heute nicht. Wir sollen uns den Verzicht leisten wollen. 
Letztens musste ich recht viel nein sagen beim Essen – als es darum ging, noch eine Scheibe dieses labbrigen, weißen Toastbrotes zu bekommen, bei der Essensausgabe in der Flüchtlingsnotunterkunft in Kreuzberg. Grell schien das Neonlicht auf uns in der behelfsmäßig hergerichteten Turnhalle. Da schlafen hundert Menschen in einem überheizten Raum. Es gab nur zwei Scheiben pro Person; denn sagte ich an dieser Stelle ja statt nein, fehlten die weichen Stücke dem Ende der Schlange. Sorry, no, two per person. We’ll have more tomorrow, maybe. Ich ging spät nach Hause und schmierte mir Butter aus Lyon auf ein Brot aus Kreuzberg, legte Käse aus Südtirol drauf und saure Gurken aus Brandenburg. 
Das half nichts gegen das grelle Licht in meinem Kopf und nur ein bisschen dagegen, wie unangenehm es mir war, das, was sich da Toast nannte auszuteilen. Es verhungert dort keiner, aber den Bauch voll haben sie alle nicht. 
Wir dagegen haben das Privileg der Wahl, und sollten das schätzen: mit gutem Essen, das schmeckt, weil es wachsen durfte, wie es wollte, das voll ist mit Nährstoffen, die auf natürlichem Wege darein gekommen sind und nicht im Labor injiziert wurden. Gutes Essen, welches den Bauch füllt und das Herz wärmt. Ob das nun eine Suppe ist aus scharf eingelegtem Kohl und fermentierter Bohnenpaste, handgemachte Teigwaren mit Olivenöl und Knoblauch oder eine ganze Schüssel voller rohem Grünkohl, der vorher zärtlich aber bestimmt massiert wurde, um die Struktur aufzubrechen, ihn weicher und bekömmlich zu machen. 
Essen hat Raum verdient, und Zeit. Um rauszufinden, was es braucht, um gut zu bleiben oder besser zu werden. Zeit für das Einkaufen, Zubereiten, Verzehren. Eben nicht mit Blick auf den Laptop schnell Erwärmtes reinziehen, sondern Achtsamkeit walten lassen.
Ja sagen zu einer guten und gesunden Beziehung zum Essen, die geprägt ist von Respekt vor denen, die es her- und bereitstellen. Zu einer natürlichen Beziehung, die kein definites Nein braucht um Grenzen zu kennen, sondern geprägt ist von gegenseitiger Achtung. Wir haben die Zeit, den Raum und das Geld. Es gibt keinen Grund für uns, nein zu sagen. 

 

Preface for Comfort Zone. A Berlin cookbook (Anna Réka Baktay and David Ariel Szauder, Berlin 2015)

Only few can resist the allure of Berlin, and I am not one of them. I came to Berlin over ten years ago to continue and – if I'm honest – prolong my studies. I love its growth, its diversity, its vastness, slowness, and nonconformism. The passion of people coming to Berlin from all over the world never ceases to amaze me. Whatever their background, whatever travel story they have, we share a love for the enormous yet still gemütlich capital of Germany. Berlin has survived hardships, and, after decades of adversity, is thriving. Part of this success is because Berlin has become home to a variety of people, who each add tho the city's flavour. There is no recipe for the umpteen ingredients, yet in the end the city emerges alive and welcoming. It invites us to the table and we can't resist digging in and asking for second helpings…

 

An jedem einzelnen Tag Mein Leben mit einem Stalker. Lübbe 2014

Etwas hektisch suche ich in meinen Schubladen nach einem Klebeband, möglichst undurchsichtig. Zwischen alten Batterien, unbenutzten USB-Sticks und jeder Menge anderem Kram finde ich eine Rolle opakblaues Klebeband. Ich schneide ein quadratisches Stück ab und drücke es auf die obere Kante meines Laptops.
"Wieso hast du denn deine Kamera zugeklebt?", fragt mich ein Freund später, als wir zu dritt in meiner kleinen Küche sitzen und uns den Abend mit 90er Jahre Musikvideos auf YouTube vertreiben, die wir auf meinem Computer schauen. Das große, blaue Klebeband dort, wo eigentlich die Kamera ist, ist kaum zu übersehen. 
"Aus Paranoia", antworte ich und hoffe, es klingt eher ironisch als ernst.

Du brauchst keine Angst zu haben, es werden bevorzugt attraktive Frauen beobachtet.
Diese Zeilen bekomme ich Wochen danach mit einer Artikelempfehlung per Mail geschickt, angeblich im Namen einer meiner engsten Freundinnen. Die E-Mail verweist auf einen Text mit dem Titel "How Women can stop Webcam Hackers."

Meine Kamera ist da längst überklebt. Was ich meinen Freunden gegenüber noch lustig herunterzuspielen versuchte, muss mir der Stalker gar nicht androhen. Ich bin selbst darauf gekommen. Und ihm zuvorgekommen.
Vielleicht ist es eine leere Drohung. Vielleicht werde ich aber auch seit Wochen beobachtet, wie ich am Wochenende im Schlafanzug auf dem Bett sitze, Müsli esse und Seinfeld schaue. Oder wie ich im Büro Mails schreibe. Vielleicht überwacht er mich bis heute, sieht mir zu, wie ich diesen Text tippe.
Und ich schreibe dennoch.

 

Die Ankunft des Kohls, in: Dinner for One Text. Vom Glück, in der Küche eine Verabredung mit sich selbst zu haben (Herausgegeben von Friederike Schilbach, 2012)

Imposant thronte der Grünkohl in der Gemüsekiste vor meiner Tür und ließ keinen Zweifel an seiner Rolle als führendes Herbst- und Wintergemüse. Dunkelgrüne, grobe Blätter legen sich um ein zartes, weiß-grünes Inneres. Er ist wunderschön, man nennt ihn auch die "friesische Palme", und dennoch war es nicht so, dass ich nach ihm gesucht hätte. Ich hatte bloß zum wiederholten Mal vergessen, die Gemüsebestellung zu kontrollieren, und bekam also, was der Lieferant in dieser Woche für richtig hielt. Während ich an einigen seiner Überraschungen schon gescheitert bin, sollte es sich zwischen dem Grünkohl und mir nur positiv entwickeln...

Panels

Ich spreche nur zu gerne öffentlich über Themen wie Social Media und Food, Gender Equality in Küchen, Wie man einen feministischen Club gründet und mehr.
Wenn sie mich als Sprecherin, Moderatorin oder Gast einladen möchten, senden sie mir gern eine Email an hello@maryscherpe.de
Hier folgt eine Auswahl an Veranstaltungen, die ich moderiert habe oder bei denen ich gesprochen habe.

 

2018

Feminism in the Kitchen - Gast, mit Dalad Kambhu, Verane Frediani, Lode van Zuylen, Terroir Talks, Juni 2018

Exploring the Intersection of Food & Feminism - Gast, mit Dalad Kambu, Lauren Lee, Wilhelmina Jewell Sparks, Start Up Camp, April 2018

2017

Die ständige Gegenwart des Selbst – Leben und Arbeiten im Internet -Gast, Deutsches Hygienemuseum Dresden, November 2017, Audio hier 

Female Entrepreneurship – Women behind Bars - Moderation, mit Gästen: Carina Soto Velasquet, Cordula Langer und Liv Fleischhacker beim Bar Convent Berlin, Oktober 2017, video hier

 Feminist Food Club presents: Women in coffee - Moderation, mit Gästen: Yumi Choi (Bonanza Coffee), Chloe Nattrass beim Berlin Coffee Festival, September 2017

Feminist Food Club presents: Doesn’t take a bro to brew - Moderation, mit Gästen: Sari Haavisto (Populus Coffee), Theresa Schlage (The Way To Coffee) beim Berlin Coffee Festival, September 2017

How to support women in Berlin’s Kitchens - Host, Diskussion beim Terroir Berlin Chef’s Forum, April 2017

BrotZeit - Video Host, Markthalle Neun, April 2017, Video hier 

2016

Wie digital ist unser Essen? - Gast, mit Fabio Ziemten (Metro Group), moderiert von Dörthe Eickelberg (Arte), Dezember 2016,

Popsalon - Gast, mit Jan Kedves, Tobi Müller und Jens Balzer im Deutschen Theater im Oktober 2016

New Nordic. Thinking about food - Moderation des Symposiums in den Nordischen Botschaften, September 2016

Food Kommunikation mit Silke Neumann (Bureau N) - Moderation FEC Tuesday: im Halleschen Haus, August 2016

The Art of Butter and Bread - Host and moderation, with Kathe Kaczmarzyk at AirBnB Livethere House, Juli 2016

Leseclub: PB Grondas "Straus Park" - Moderation des Lesekreises zum Roman für Das Mag, Juni 2016

Interview with Sarah Britton - On her book „My New Roots“ at Soho House Berlin, April 2016

2015

Q&A mit Sabrina Dehoff - Talk im Apple Store, Kurfürstendamm, November 2015

Fashion Tech - Host and moderation of Stage 2 at Premium Berlin, January 2015

2014

Address roundtable: Zeitgeist beyond trends - Guest at a round table discussion hosted by Address publications, July 2014

Inside Blogging: Stil in Berlin - Talk im Apple Store, Kurfürstendamm Berlin, Juni 2014