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Texte

Ich schreibe Texte über Berlin, Essen und Feminismus für nationale und internationale Publikationen, online sowie Print, auf Englisch und Deutsch. Hier ist eine Auswahl.

 

Berlin City guide Für easyJet Traveller, Januar 2018

In an Evening…
While most assume Berliners do nothing but queuing outside clubs at nighttime, we currently prefer dining out: especially at the new hot spot Kin Dee, where Thai food gets a contemporary twist by chef Dalad Kambhu. For dessert, take a cab over to Coda and try their inventive and not overly sweet menus paired with elaborate cocktails. The recently opened Velvet Bar is not far from there and works with unusual local produce like sea buckthorn cordial or rosehip syrup to create their drinks. If you’re craving beer, Lager Lager, around the corner has eight rotating craft beers on tap and over 250 bottled ones. Much later in the night (from 1am to be precise) head to OHM’s Berries parties for a dose of contemporary Hip Hop.

 

The Bathroom Chronicles: 100 Frauen, 100 Bilder, 100 Geschichten, Published by Friederike Schilbach, November 2017

Das dicke Mädchen ist aus Hawaii, ich fand sie in dem besten Secondhand-Hawaiihemden-Laden in Honolulu. Dort stand sie zwischen vielen Hula tanzenden Obamas.

 

You React: The AfD Enters The Bundestag – Daddy Magazine September 2017

First of all, in a wicked way we Germans were lucky: we already had a quite politically conservative landscape, otherwise in my opinion, we certainly would’ve faced at least double the support for the AfD to what the actual result was. The major German parties had no problem with shifting to the right, and while Merkel seems like a level-headed, rational and sometimes even progressive leader, she’s mostly a very skilled strategic player with a focus on retaining her own power.

 

What’s behind Berlin’s brunch boom – House Four, August 2017

At one time, 10 years ago, brunch in Berlin was bad. So bad, I don’t think I ever once ate breakfast outside of my own house. There was little hope, and even less to eat. How could Berlin ever recover from all those wrinkly cheeses, congealed scrambled eggs, dull pancakes, wriggly pools of sausages and sweaty spreads of cold cuts? These foods dared to call themselves “brunch”. And the tasteless (in both senses) concept of all-you-can-eat €7 buffet predominated. 
And then, all of a sudden, everything changed. I’d like to believe my endless complaints on Stil in Berlin contributed in some way, but it’s more likely that droves of people with much higher standards when it comes to the food you eat in the morning started moving to the city…

 

Berlin's New Tastes – Away Magazine, February 2017

Even after centuries of turbulent history, Berlin is just now coming of age in so many ways. Much of the reason is that reunification is still fresh in everyone’s mind—only 27 years ago, the wall came down between East and West. Take the culinary scene: It’s maturing quickly yet still making charming rookie mistakes. It wasn’t so long ago that the only remarkable thing about food in Berlin was the proliferation of inexpensive currywursts (a kind of fast-food sausage served with spicy ketchup and fries). Today, new restaurants, bars and cafés open weekly, and chefs from all over the world move here to serve an increasingly hungry audience…

 

Das Gute Opfer39Null Nr. 3 / 2015

Es ist ein schmaler Grat, auf dem man als Opfer balanciert, emotional zugänglich soll man sein, dabei aber rational verständlich. Die Geschehnisse detailliert beschreiben und dabei bitte nicht die psychischen Wunden auslassen. Links und rechts davon gähnen die Abgründe Hysterie, Unmenschlichkeit oder Falschbeschuldigung. Aber die wenigsten traumatischen Erfahrungen lassen sich in eine klare, logische Erzählung verpacken. Sollten wirklich Betroffene die Aufgabe übernehmen, eine verständliche Narration über das eigene Trauma zu erarbeiten? …

 

Essen ist nichts, wozu man nein sagt. Text für Ein Guter Plan, 1. Ausgabe, 2015

Essen ist nichts, wozu man nein sagt. Aus den verschiedensten Gründen. Und dennoch tun es so viele, und ich rede hier nicht von Verzicht aus moralischen oder gesundheitlichen Gründen, sondern von dem für die Selbstdisziplinierung. Nein zum dritten, gar zweiten, nein lieber gleich zum ersten Stück vom Apfelkuchen, nein zum Nachschlag, ach was, nein zum Hauptgang. Nein zum extra Käse auf der Pasta. Nein zum Aufessen. Das nein dabei ist radikal und wird zum nie – niemals Gluten, ich hab gelesen das verklebt, niemals Gemüse, das nicht grün ist, niemals. Und nach achtzehn Uhr sowieso nicht. Nein danke, hatte schon, heute nicht. Wir sollen uns den Verzicht leisten wollen. 
Letztens musste ich recht viel nein sagen beim Essen – als es darum ging, noch eine Scheibe dieses labbrigen, weißen Toastbrotes zu bekommen, bei der Essensausgabe in der Flüchtlingsnotunterkunft in Kreuzberg. Grell schien das Neonlicht auf uns in der behelfsmäßig hergerichteten Turnhalle. Da schlafen hundert Menschen in einem überheizten Raum. Es gab nur zwei Scheiben pro Person; denn sagte ich an dieser Stelle ja statt nein, fehlten die weichen Stücke dem Ende der Schlange. Sorry, no, two per person. We’ll have more tomorrow, maybe. Ich ging spät nach Hause und schmierte mir Butter aus Lyon auf ein Brot aus Kreuzberg, legte Käse aus Südtirol drauf und saure Gurken aus Brandenburg. 
Das half nichts gegen das grelle Licht in meinem Kopf und nur ein bisschen dagegen, wie unangenehm es mir war, das, was sich da Toast nannte auszuteilen. Es verhungert dort keiner, aber den Bauch voll haben sie alle nicht. 
Wir dagegen haben das Privileg der Wahl, und sollten das schätzen: mit gutem Essen, das schmeckt, weil es wachsen durfte, wie es wollte, das voll ist mit Nährstoffen, die auf natürlichem Wege darein gekommen sind und nicht im Labor injiziert wurden. Gutes Essen, welches den Bauch füllt und das Herz wärmt. Ob das nun eine Suppe ist aus scharf eingelegtem Kohl und fermentierter Bohnenpaste, handgemachte Teigwaren mit Olivenöl und Knoblauch oder eine ganze Schüssel voller rohem Grünkohl, der vorher zärtlich aber bestimmt massiert wurde, um die Struktur aufzubrechen, ihn weicher und bekömmlich zu machen. 
Essen hat Raum verdient, und Zeit. Um rauszufinden, was es braucht, um gut zu bleiben oder besser zu werden. Zeit für das Einkaufen, Zubereiten, Verzehren. Eben nicht mit Blick auf den Laptop schnell Erwärmtes reinziehen, sondern Achtsamkeit walten lassen.
Ja sagen zu einer guten und gesunden Beziehung zum Essen, die geprägt ist von Respekt vor denen, die es her- und bereitstellen. Zu einer natürlichen Beziehung, die kein definites Nein braucht um Grenzen zu kennen, sondern geprägt ist von gegenseitiger Achtung. Wir haben die Zeit, den Raum und das Geld. Es gibt keinen Grund für uns, nein zu sagen. 

 

Preface for Comfort Zone. A Berlin cookbook (Anna Réka Baktay and David Ariel Szauder, Berlin 2015)

Only few can resist the allure of Berlin, and I am not one of them. I came to Berlin over ten years ago to continue and – if I'm honest – prolong my studies. I love its growth, its diversity, its vastness, slowness, and nonconformism. The passion of people coming to Berlin from all over the world never ceases to amaze me. Whatever their background, whatever travel story they have, we share a love for the enormous yet still gemütlich capital of Germany. Berlin has survived hardships, and, after decades of adversity, is thriving. Part of this success is because Berlin has become home to a variety of people, who each add tho the city's flavour. There is no recipe for the umpteen ingredients, yet in the end the city emerges alive and welcoming. It invites us to the table and we can't resist digging in and asking for second helpings…

 

An jedem einzelnen Tag Mein Leben mit einem Stalker. Lübbe 2014

Etwas hektisch suche ich in meinen Schubladen nach einem Klebeband, möglichst undurchsichtig. Zwischen alten Batterien, unbenutzten USB-Sticks und jeder Menge anderem Kram finde ich eine Rolle opakblaues Klebeband. Ich schneide ein quadratisches Stück ab und drücke es auf die obere Kante meines Laptops.
"Wieso hast du denn deine Kamera zugeklebt?", fragt mich ein Freund später, als wir zu dritt in meiner kleinen Küche sitzen und uns den Abend mit 90er Jahre Musikvideos auf YouTube vertreiben, die wir auf meinem Computer schauen. Das große, blaue Klebeband dort, wo eigentlich die Kamera ist, ist kaum zu übersehen. 
"Aus Paranoia", antworte ich und hoffe, es klingt eher ironisch als ernst.

Du brauchst keine Angst zu haben, es werden bevorzugt attraktive Frauen beobachtet.
Diese Zeilen bekomme ich Wochen danach mit einer Artikelempfehlung per Mail geschickt, angeblich im Namen einer meiner engsten Freundinnen. Die E-Mail verweist auf einen Text mit dem Titel "How Women can stop Webcam Hackers."

Meine Kamera ist da längst überklebt. Was ich meinen Freunden gegenüber noch lustig herunterzuspielen versuchte, muss mir der Stalker gar nicht androhen. Ich bin selbst darauf gekommen. Und ihm zuvorgekommen.
Vielleicht ist es eine leere Drohung. Vielleicht werde ich aber auch seit Wochen beobachtet, wie ich am Wochenende im Schlafanzug auf dem Bett sitze, Müsli esse und Seinfeld schaue. Oder wie ich im Büro Mails schreibe. Vielleicht überwacht er mich bis heute, sieht mir zu, wie ich diesen Text tippe.
Und ich schreibe dennoch.

 

Die Ankunft des Kohls, in: Dinner for One Text. Vom Glück, in der Küche eine Verabredung mit sich selbst zu haben (Herausgegeben von Friederike Schilbach, 2012)

Imposant thronte der Grünkohl in der Gemüsekiste vor meiner Tür und ließ keinen Zweifel an seiner Rolle als führendes Herbst- und Wintergemüse. Dunkelgrüne, grobe Blätter legen sich um ein zartes, weiß-grünes Inneres. Er ist wunderschön, man nennt ihn auch die "friesische Palme", und dennoch war es nicht so, dass ich nach ihm gesucht hätte. Ich hatte bloß zum wiederholten Mal vergessen, die Gemüsebestellung zu kontrollieren, und bekam also, was der Lieferant in dieser Woche für richtig hielt. Während ich an einigen seiner Überraschungen schon gescheitert bin, sollte es sich zwischen dem Grünkohl und mir nur positiv entwickeln...